Richtig Notizen machen und Wissen behalten (wie Leonardo da Vinci)


Ryan Holiday ist ein amerikanischer Autor, der vor allem durch sein Buch “Trust me, I am lying” Bekanntheit erlangte. In einem seiner älteren Blogbeiträge schrieb er über sein Konzept des “Commonplace Book”, das sich auf Deutsch am besten als Alltags-Notizbuch übersetzen lässt.

In diesem Büchlein schreibt Holiday Zitate, Ideen, Informationen und vieles mehr auf, um 1.) seinen Lerneifer zu befriedigen und 2.) Themen für seine zukünftigen Bücher abzuspeichern.

Er reiht sich damit in eine lange Reihe von historischen Persönlichkeiten ein, die ihr Haus nie ohne Notizblock verließen und andauernd Dinge niederschrieben.

Leonardo da Vinci war bekannt dafür immer Notizzettel dabei zu haben, wo er seine Ideen und Gedanken zu den unterschiedlichsten Themen wie Vogelfug, Perspektive oder Abwasserkanäle in Spiegelschrift notierte. Seine Notizen wurden später im Codex Arundel zusammengefasst, sodass sich heute jeder von Da Vincis Gedanken inspirieren lassen kann.

Auch der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan schrieb sich seine Gedanken auf Karteikarten nieder und verwendete diese Notizen oft für seine Reden. Er war jedoch nicht der erste US-Präsident mit dieser Idee: Schon Thomas Jefferson war ein eifriger Notizen-Sammler.

Es ist kein Wunder, dass einige der intelligentesten und mächtigsten Personen, so viel Wert auf das Niederschreiben von ihren Gedanken legten und nicht bloß auf ihr Gedächtnis vertrauten.

Denn wer aufmerksam durchs Leben geht, wird ständig mit neuen Ideen und neuem Wissen konfrontiert. Dir all diese Dinge zu merken, ist unmöglich, sofern du kein fotografisches Gedächtnis besitzt. Notizen speichern Informationen ab, sodass du später auf sie zugreifen kannst.

Wenn du dir nie Notizen machst, weißt du gar nicht, wie viele gute Ideen du im Laufe eines Tages hast.

Oft erkennen wir erst beim Nachlesen unserer Notizen, wie gut einige unserer Gedankengänge waren.

Notizen mit System abzuspeichern

Wenn du nun anfängst Notizen zu machen, versuche gleich ein System zu erstellen, mit dem du auf die gesammelten Informationen wieder zuzugreifen kannst.

Holiday setzt beispielsweise auf ein handschriftliches Karteikarten-System. Theoretisch könnte er die Notizen auch digitalisieren, er meint dazu jedoch:

“I’d much rather adhere to the system that worked for guys like Thomas Jefferson than some cloud-based shortcut.”

Hier stimme ich ihm nicht ganz zu: Handschriftliche Notizen waren das technologische Non-Plus-Ultra in den Zeiten von Jefferson. Heute würde er vermutlich ebenfalls ein Programm wie Evernote verwenden.

Ich verstehe, dass es sich für manche Menschen besser anfühlt, Notizen mit der Hand aufzuschreiben. Um langfristig einen Überblick zu bewahren, empfehle ich persönlich jedoch digitalisierte Systeme.

Auch ein Kompromiss ist möglich: Beispielsweise handschriftliche Notizen, die später in die Cloud transferiert werden. Mache einfach ein Foto deiner Notizen, lade sie hoch und tagge sie, damit du sie später wieder finden kannst.

Notizen mit Evernote speichern

Evernote ist eine der bekanntesten Apps zum Abspeichern von Ideen, Webseiten oder Notizen. In Evernote kannst du Notizen mit Tags versehen und in Notizbücher abspeichern, um sie später leicht wieder zu finden.

Ich kenne Evernote schon sehr lange, setze jedoch erst seit einigen Monaten auf dieses Programm, weil ich mir vornahm, Ordnung in mein Chaos zu bringen…

Davor hatte ich keine Struktur: Ich schrieb Notizen auf Zetteln, in Google Drive und auf meinem Smartphone nieder. Kein Wunder, dass ich keinen Überblick mehr hatte und viele meiner Ideen verloren gingen.

Mit Evernote habe ich nun einen Ort, wo ich alle Notizen abspeichern kann. Auch jetzt schreibe ich immer noch  Dinge noch auf Zetteln nieder oder tippe sie schnell in mein Smartphone. Aber zumindest einmal in der Woche synchronisiere ich diese Niederschriften mit Evernote.

Ideen für meine Blogbeiträge sammle ich in einem Evernote-Notizbuch, außerdem erstelle ich für jedes Buch, das ich lese, Evernote-Notizbücher, in denen die von mir markierten Stellen und Zitate gespeichert werden.

In den letzten Monaten lernte ich auch, dass es wichtig ist, die Notizen in Evernote regelmäßig zu durchforsten und zu strukturieren. Sonst läufst du Gefahr irgendwann von der schieren Anzahl an Notizen erschlagen zu werden, wenn du Evernote öffnest.

Wenn du immer nur Notizen abspeicherst, ohne sie wieder anzuschauen, wirst du bald vergessen, was überhaupt von dir abgespeichert wurde.

Wissen mit verteilten Wiederholungen behalten

Das hat auch mit der Lernmethode der verteilten Wiederholungen (Spaced Repetition) zu tun: Neues Wissen muss öfters wiederholt werden, damit es im Gedächtnis gespeichert bleibt. Im Lauf der Zeit können die Lernabstände jedoch immer weiter erhöht werden, sodass du irgendwann nur noch alle paar Jahre dieses Wissen wiederholen musst.

Hier kann dir die App Anki helfen: Das ist eine Karteikarten-App, die mit Hilfe eines Algorithmus versucht, dir die Karteikarten kurz vor dem Vergessen wieder zu zeigen. Am Anfang alle paar Tage, später steigen die Abstände auf mehrere Jahre an. So kannst du theoretisch mit wenigen Wiederholungen Wissen ein Leben lang behalten.

Anki ist ideal für Dinge, die du nicht nur abspeichern, sondern aktiv im Gedächtnis behalten willst. Ich benutze Anki hauptsächlich für Vokabeln, habe mir damit aber auch schon einige andere nützliche Dinge gemerkt.

Fazit: Mache dir öfters Notizen!

Mache es dir zur Gewohnheit, Notizen aufzuschreiben. Diese Gewohnheit wird dein Leben verändern! Sehr hilfreich zum Abspeichern der Notizen sind Apps wie Evernote und Anki.

Machst du schon Notizen? Dann teile hier deine Erfahrungen mit mir und meinen Lesern: Welches System benutzt du und schreibst du sie auf Papier oder digital nieder?

Ich freue mich auf dein Kommentar!

Bis bald, Dein Philipp

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