Gute SEO Texte schreiben (22 Tipps + Anleitung)

Erstaunlich viele Texter und Blogger wissen nicht, wie man gute SEO-Texte schreibt.

Sie mögen gute Texter sein, schaffen es jedoch nicht, ihre Texte für die Suchmaschinen (in Deutschland meistens Google) zu optimieren.

Deshalb scheinen diese Texte in den Suchergebnissen (SERPs) von Google nicht auf, wodurch keine Besucher auf die Websites kommen und kein Umsatz erzielt wird.

Doch das muss nicht so sein!

Gute SEO-Texte zu schreiben, ist keine Geheimkunst. Es ist sogar relativ einfach, solange du weißt, welche Dinge du beachten musst.

Du musst Texte so schreiben, dass Google weiß, um was es im Text geht, sodass Google den Content richtig einordnen kann.

Dabei geht es nicht nur um Keywordstuffing, also die andauernde Wiederholung von Begriffen nach denen deine Leser auf Google gesucht haben.  Das ist eine veraltete Technik, die schon seit 10 Jahren mehr Schaden anrichtet als Erfolg bringt.

Denn Keywords stupide zu wiederholen, könnte jeder Affe machen. Heute ist wichtig,  im Text wirklich die Fragen zu beantwortet, die von den Suchenden an Google gestellt wurden.

Ganz ohne Keywords geht es dennoch nicht.

Keywords signalisieren den Suchmaschinen noch immer, um was es im Text geht. Der Text muss aber auch attraktiv für den menschlichen Leser sein. Denn ein Text, der nicht für den Leser geschrieben wurde, führt zu einer hohen Absprungrate.

Und das ist für Google ein Signal, dass der Content für die Suchenden nicht relevant ist, weshalb er in den SERPs nach hinten gereiht wird.

Aus diesem Grund spielen Long-Tail-Keywords inzwischen eine immer größere Rolle:

Das sind  Suchanfragen, die meistens aus mehreren Wörtern bestehen und sehr spezifisch sind. Es ist außerdem wichtig, im Text branchenübliche Fachbegriffe zu verwenden. So wird signalisiert, dass sich der Autor mit dem Thema wirklich auskennt.

So viel zur Einleitung: Um dir das Leben als SEO-Texter zu erleichtern, habe ich diesen Beitrag mit 22 Tipps für bessere SEO-Texte geschrieben. Im Anschluss kannst du dich auch für meinen Newsletter anmelden, dann bekommst du von mir eine Checkliste für gute SEO-Texte als PDF zugeschickt.

1) Führe Case Studies durch und präsentiere deine Ergebnisse auf deiner Webseite

Wenn du die Top-Google-Ergebnisse zu einem bestimmten Keyword miteinander vergleichst, wird es dich vielleicht verblüffen, wie ähnlich der Content vieler Webseiten ist. Das hat auch damit zu tun, dass viele Webseiten voneinander abschreiben, oder bei der Recherche zu einem Artikel die gleichen Quellen verwenden.

Setze dich von deinen Konkurrenten ab, indem du echten Unique-Content in Form einer Case-Study oder Interviews mit echten Branchenexperten erstellst. Sammle Daten und teile deine neuen Erkenntnisse mit dem Internet. Dadurch zeigst du Google, dass du echten frischen Content produzierst und baust gleichzeitig Vertrauen mit deinen potenziellen Kunden auf.

Ein weiterer Vorteil ist, dass nun mehr Websites auf dich verlinken, weil du nun Quelle für ihren Content bist. Falls sie nicht auf dich verlinken, deine Erkenntnisse dennoch verwenden, kannst du später deinen Mitbewerbern immer noch eine freundliche (aber bestimmte) E-Mail schreiben, in der du um eine Verlinkung als Quelle “bittest”.

2) Vergiss nicht aufs “Koretkurlesen”

Wer an SEO denkt, denkt meistens nicht an Rechtschreibung und Korrekturlesen. In Wirklichkeit ist das ein sehr wichtiger Punkt!

Rechtschreibfehler sind für deine Leser nervig und erschweren das Verständnis des Texts. Du wirst außerdem als nicht-seriöse Quelle angesehen, obwohl du vielleicht wirklich ein Experte zu deinem Thema bist. Dadurch steigt bei einem fehlerhaften Text die Absprungrate, was wiederum ein negatives Signal für Google ist.

Korrekturlesen nimmt viel Zeit in Anspruch und ist nicht die spannendste Aufgabe, macht am Ende aber oft den entscheidenden Unterschied zwischen einem unprofessionellen und einem professionellen Text aus.

Ich bin selbst ein echter Legastheniker und übersehe oft die Rechtschreibfehler in meinen Texten. Deshalb lasse ich sie vor dem Publizieren immer durch ein Rechtschreib-Tool laufen. Sehr empfehlen kann ich proofreadingtool.com, das sich auch als Google-Chrome-Erweiterung installieren lässt.

3) Recherchiere Keywords, bevor du mit dem Schreiben anfängst

Viele Texter fangen mit dem Schreiben an und optimieren ihren Text erst kurz vor dem Publizieren für Google. Das ist dann auch der Zeitpunkt, wo sie das erste Mal nachsehen, welche Keywords es für das Thema überhaupt gibt.

In Wirklichkeit musst du genau umgekehrt vorgehen: Recherchiere gleich am Anfang die Keywords, weil du so siehst, welche Probleme deine potenziellen Leser wirklich haben. Durch Long-Tail-Keywords wie beispielsweise “Wie kann ich die Maximalkraft mit meinem Körpergewicht trainieren?” hast du eine deutlich klarere Vorstellung von den Fragestellungen deiner Leser als durch das Keyword “Maximalkraft trainieren”.

Ohne Keyword-Recherche schreibst du einen Text, der für dich relevant ist. Mit einer (guten) Keyword-Recherche kannst du einen Text erstellen, der vor allem für deine Leser relevant ist.

Nutze für die Keywordrecherche kostenlose Tools wie Ubersuggest von Neil Patel.

4) Plane langfristig und erstelle einen Redaktionsplan

Nutze die Keywordrecherche gleich für eine Themenrecherche. Schlüssel die Themen nach Suchvolumen, aber auch nach der SEO-Leichtigkeit auf. Fokussiere dich am Anfang auf Themen, für die du leicht in den SERPs ranken kannst, die aber dennoch ein großes Suchvolumen haben.

Wer das erste Mal eine Themenrecherche betreibt, wird oft von der schieren Anzahl an möglichen Themen überwältigt. Du kannst dich nicht um alle Themen sofort kümmern. Erstelle deshalb einen Redaktionsplan!

Bleibe dabei realistisch: Wenn im Plan steht, dass dreimal pro Woche einen neuen Text ansteht, du aber in der Realität nur einen Text pro Woche abschließen kannst, ändere deinen Redaktionsplan auf die Postingfrequenz mit der du wirklich arbeiten kannst.

5) Schreibe kurze und verständliche Sätze

Der typische Online-Leser liest sich einen Text nicht von A bis Z durch, sondern sucht ihn nach den wichtigen Informationen ab. Eine ungegliederter Ansammlung von Sätzen lässt sich nicht scannen, deshalb wird sie zu einer hohen Absprungrate führen.

Mache deine Texte durch Auflistungspunkte, Fettmarkierungen, kurze Sätze und kurze Absätze leserlicher.

  • Auflistungspunkte helfen vor allem bei der Gliederung von Listen.

Durch die Fettmarkierung von Wörtern kannst du wichtige Passagen deines Textes hervorheben.

6) Achte auf die Überschriften-Hierarchie

Unterüberschriften sind sehr hilfreich, wenn es darum geht einen Text zu gliedern. In allen html-Dokumenten kannst du sechs Überschriftenarten verwenden, die mit den Tags <h1> bis <h6> gekennzeichnet werden.

<h1> ziehst du für den Titel einer Seite heran. Diese Überschrift sollte nur ein einziges Mal vorkommen, weil sonst gäbe es ja mehrere Titel für ein und dieselbe Seite.

Für die Kapitel eines Texts verwendest du <h2>, für die Unterkapitel >h3> und so weiter. Vermutlich wirst du nie in Verlegenheit kommen eine <h6> Überschrift zu benutzen.

Achte auch auf die richtige Struktur: Auf <h1> folgt <h2> und darauf folgt <h3>. Die <h3>-Überschrift sollte aber nie nach <h1> verwendet werden, sonst gäbe es ja ein Unterkapitel ohne Kapitel.

Die Hierarchie der Überschriften fehlerfrei aufzubauen ist als SEO-Rankingfaktor eher i-Tüpfelchen auf dem i. Noch wichtiger ist es die Suchbegriffe in den Überschriften einzubauen.

7) Suche nach LSI Keywords

LSI -Keywords sind der neuste Trend in der SEO-Welt. Durchaus zu Recht!

LSI steht dabei für “Latent semantic indexing” und meint Wörter, die im Zusammenhang mit einem Keyword stehen. Dadurch können Suchmaschinen besser verstehen, um was es in einem Text wirklich geht und wie sie ihn einordnen sollen.

Nehmen wir beispielsweise den Suchbegriff “Untreue”:

Wenn wir in unserem Text LSI-Wörter wie Rechtsanwalt, Vermögenstatbestand oder Strafrecht verwenden, weiß Google, dass unser Text das Vermögensdelikt zum Thema hat.

Verwenden wir jedoch Wörter wie Ehe, Beziehung, Frau, Mann und so weiter, werden wir in eine ganz andere Kategorie geschoben.

Google scheint durch LSI auch die Expertise eines Texters zu überprüfen. Wenn ich über Untreue als Vermögensdelikt schreibe, aber nicht die passenden Rechtsbegriffe verwende, sieht Google, dass ich kein Experte zu diesem Thema bin.

Suche deshalb nach LSI-Wörtern zu deinem Thema. Das WDMF*IDMF Tool von Seobility erlaubt dir drei kostenlose Recherchen pro Tag, was für die meisten Texter ausreichend ist.

8. Länger ist besser, aber nicht immer

Eine Analyse von Sistrix ergab, dass die Artikel auf den Google-Positionen 1 bis 3 durchschnittlich deutlich länger waren, als die Seiten auf den hinteren Rängen. Ebenfalls überraschend war, dass Position 1 mit durchschnittlich 1890 Wörtern im Durchschnitt etwas kürzer war als Position 2 mit etwas über 2000 Wörtern. Das kann wohl auch daran liegen, dass Webseiten auf Position 2 versuchen, sich den ersten Rang durch aggressives Contentmarketing zu sichern und deswegen längere und ausführlichere Artikel schreiben als die Konkurrenten auf Position 1.

Textlänge ist sicher nicht das einzige Kriterium, dass über das Ranking entscheidet. Fakt ist aber, dass du bei vielen Themen eine gewisse Textlänge benötigst, um ein Thema überhaupt zu durchleuchten. Wer nur wenige hundert Wörter lange Artikel produziert, kratzt meistens nur an der Oberfläche und wird deshalb von Google nicht zu den vorderen Rängen zugelassen. Denn die Suchmaschine weiß: Längere Texte haben mehr Platz, um auf die spezifischen Probleme der Leser wirklich einzugehen.

9. Kommentare sind ein starkes Rankingsignal

Kommentare von echten Leuten zu bekommen, ist gar nicht so leicht (das weiß wohl jeder Blogger).

Wenn ein Artikel im Internet kommentiert wird, ist es meistens ein Zeichen dafür, dass du hochwertigen Content veröffentlicht hast, weil die Leute die Mühe auf sich nehmen, ein Kommentar zu hinterlassen.

Laut Google sind hochwertige Kommentare ein Zeichen für eine starke Community, was wiederum den Status einer Webseite erhöht.

Spam-Kommentare oder kurze Kommentare, die offensichtlich von einem Bot geschrieben wurden, solltest du keinesfalls auf deiner Webseite freischalten. Oft ist es auch möglich, die Kommentarfunktion mit Social-Media-Accounts wie Facebook oder Twitter zu verknüpfen, sodass du durch die Kommentare gleich eine Menge an Social-Shares bekommst, die ein weiteres positives Rankingsignal sind.

10. Habe keine Angst, verlinke auch auf andere Webseiten

Im deutschsprachigen Raum geht die Angst um, dass Websites durch Verlinkungen auf andere Websites ihre Rankings verlieren. Diese Angst ist jedoch völlig unbegründet, vielmehr ist es ein Anzeichen eines hochwertigen Artikels, wenn Quellen angegeben und diese auch verlinkt werden.

11. Optimiere den Content für Featured Snippets

Featured Snippets sind Direktantwort vor den eigentlichen Suchergebnissen von Google.  Sie tauchen meistens bei informationellen Suchanfragen auf, also bei Suchen, die darauf abzielen, eine bestimmte Information zu finden.

Meistens wird ein Ausschnitt aus einer Website als Absatz, Liste oder Tabelle gezeigt, dadurch können Suchende noch schneller ihre Antwort finden. Für Webseitenbetreiber ist dieses Feature jedoch ein großer Nachteil, weil die User nun nicht mehr auf die Webseite klicken müssen, um die benötigten Informationen zu bekommen.

Laut einer Studie von Ahref wird bei Suchergebnisse mit Featured Snippets 18,5% seltener auf eine Webseite in den Suchergebnissen geklickt. Insgesamt klicken aber trotzdem noch 54,68% der User auf eine Webseite in den SERPS und dann meistens auf die Website, von der das Snippet übernommen wurde.

Grund genug sein, um zu versuchen mittels Snippet nach vorne zu kommen. Hinzu kommt, dass du mit Featured Snippets auch sehr starke Webseiten schlagen kannst. Du musst einfach nur deinen Content für Featured Snippets optimieren.

Wie kann deine Webseite als Featured Snippet aufscheinen? 

Suche zuerst nach Suchanfragen in deiner Branche, bei denen es schon Ergebnisse mit Featured Snippets gibt. Rankst du hier schon unter den Top 10? Falls ja: Gratuliere! Mit etwas Optimierungsarbeit kannst du schnell ganz vorne aufscheinen, wobei es (wie immer bei der Suchmaschinenoptimierung) keine hundert prozentige Garantie dafür gibt.

Falls du noch keine Rankings unter den Top 10 hast, konzentriere dich darauf, bessere Rankings zu erreichen, gleichzeitig kannst du deinem Content aber auch schon die richtige Struktur geben, damit er später schneller als Snippet aufscheint.

Frag dich nun, welche Informationen die User im Featured Snippet lesen wollen. Oft wird nach einer Beschreibung oder Definition gesucht:

  • Warum ist der Himmel blau?
  • Wo leben Pinguine?
  • Was ist SEO?
  • usw.

Wir sehen sofort, dass alle diese Suchanfragen Fragewörter beinhalten (Wer, Wie, Was, Warum, Wo). Idealerweise baust du in deinem Content viele Überschriften ein, die genau mit dieser Struktur arbeiten.

  • Wie groß werden Pinguine
  • Warum macht Kälte Pinguinen nichts aus
  • Wo leben Pinguine?
  • Sind Pinguine Vögel?
  • Können Pinguine schwimmen?
  • usw.

Wichtig ist, dass in der Folge die Frage mit maximal 50 Wörtern beantwortet wird. Schreibst du mehr, ist der Text zu lange für das Snippet. Versuche deswegen kurze Sätze zu schreiben, Füllwörter zu vermeiden. Du kannst auch Listen erstellen, wenn die Antwort mehrere Schritte beinhaltet.

Oft ist es nicht so leicht möglich, den Text im Fließtext für Featured Snippets zu optimieren. In diesem Fall empfehle ich dir, einen FAQ (Frequently Asked Questions) Bereich einzurichten, wo du auf die häufigsten Fragen kurz und bündig eingehst.

12. Optimiere deine Webseite für Voice Search

Voice Search wird in den nächsten Jahren die Textsuche ablösen. Schon jetzt verwenden 50% aller US-Amerikaner Voice Search zumindest einmal täglich (2020). Der Erfolgslauf liegt auf der Hand:

Wenn du den Satz “Wie hoch ist das höchste Gebäude der Welt” mit deinem Keyword schreibst, dauert das eine Weile. Denselben Satz laut aufzusagen, ist jedoch eine Sache von weniger als 2 Sekunden. Genaugenommen ist die Suche mit einem Stimmkommando 3,7 x schneller als das Eintippen einer Suchphrase. Der Unterschied vergrößert sich noch weiter, wenn du dein verbales Suchkommando mit der Tippzeit auf einem Smartphone vergleichst

Bei der Optimierung für Voice-Search spielen Long Tail Keywords eine große Rolle, weil fast alle Voice-Suchen Fragen sind. Sie beginnen mit: Wie, Wer, Wo, Wann, Warum. Versuche deswegen gezielt Fragen in deinen Content einzubauen und kurz und bündig zu beantworten.

Kommt dir das bekannt vor?

Wenn du deine Webseite schon für Featured Snippets optimiert hast, Gratuliere! Fast die Hälfte der Voice Search Resultate stammen aus den Featured Snippets. Wenn du für Snippets optimierst, optimierst du auch für Voice Search (und umgekehrt).

13. Optimiere deine Interne Verlinkung

Interne Links sind Verlinkungen innerhalb deiner Webseite. Beispielsweise verlinkst du von deiner Homepage auf eine Unterseite: Dieser Link ist ein interner Link.

Durch eine interne Verlinkung wird deinen Lesern beim Navigieren auf der Seite geholfen,  deine Seiten eine Struktur gegeben und die Page Authority gleichmäßig über die Website verteilt.

Die interne Verlinkung wird oft vernachlässigt, dabei zählt sie zu den Optimierungsschritten, die sich am einfachsten durchführen lassen. Womöglich wird sie auch vernachlässigt, weil so manche Suchmaschinen-Optimierer die Sache zu kompliziert angehen. Es werden komplexe Silos errichtet (dazu kommen wir noch), Formeln erstellt, mit denen die Anzahl und Stärke der internen Links für jede Seite berechnet werden und weitere komplexe Pläne erstellt.

In Wahrheit benötigst du für eine funktionierende interne Struktur keine komplexen Berechnungen. Es reicht fast immer aus, sich darüber Gedanken zu machen, welcher Content für deine Leser zusätzlich interessant ist. Wenn du ein Zahnarzt bist und auf deiner Website eine Seite zum Thema Zahnaufhellung und eine zum Thema Zahnreinigung hast, ergibt es Sinn, wenn diese beiden Seiten miteinander verlinkt sind. Vermutlich ist es jedoch weniger sinnvoll, von der Zahnaufhellung auf die Seite zum Thema Kieferorthopädie zu verlinken.

Thematisch ähnliche Seiten sollten miteinander verlinkt sein. So entstehen automatisch Bündel von miteinander verlinkten Seiten. In der SEO-Fachsprache werden diese Bündel Silos genannt. Viele SEO-Berater achten penibel darauf, dass die Beiträge der Silos nur innerhalb des jeweiligen Silos verlinkt sind, sodass kein Link Juice verloren geht. Meiner Meinung nach ist das übertrieben: Du kannst auch zwischen den Silos verlinken, sofern es sinnvoll ist.

Du stellst dir jetzt vielleicht die Frage, wie viele interne Links du pro Seite setzen kannst: Dazu gibt es von Google (wie so oft) keine genaue Vorgabe: Empfohlen wird nur eine “reasonable number” also eine vernünftige Anzahl an internen Links zu setzen.

Aus diesem Grund kann ich nur betonen: Setze interne Links wo es vernünftig ist. Bei manchen Seiten reicht ein Einziger, auf anderen (Ressourcen)-Seiten kannst du auch hunderte Links setzen.

Es kommt darauf an…

Wenn du eine Seite mit vielen Beiträgen hast, solltest du von deinen neuen Beiträgen immer auf  deinen alten Content verlinken. Dadurch sieht Google, dass diese Beiträge noch immer relevant sind.

15. Gliedere deinen Content in Silos auf

Wir haben jetzt gesehen, dass thematisch ähnliche Seiten zueinander verlinken sollten. Dadurch entsteht automatisch die berühmte Content-Silo-Struktur, auf die viele erfolgreiche Webmaster setzen.

Um die Sache verständlicher zu machen, schauen wir uns die Webseite eines Anwalts an.

Hier gibt es auf der Webseite für jedes Rechtsgebiet eine Übersichtsseite (Strafrecht, Wirtschaftsrecht, Vertragsrecht), auf der die wichtigsten Informationen zusammengefasst werden. Von dieser Übersichtsseite, beispielsweise Strafrecht, wird auf die weiteren Unterthemen, wie Jugendstrafrecht, Suchtgift, Untersuchungshaft und so weiter, verlinkt. Die einzelnen Unterthemen verlinken wiederum auf die Übersichtsseite und zueinander, aber (zumeist) nicht zu den Beiträgen aus den anderen Silos.

Idealerweise sind alle Content-Beiträge einer Seite mit 2 Klicks erreichbar. Klick 1 führt auf die Übersichtsseite (Strafrecht), Klick 2 auf die Unterseite (Jugendstrafrecht). Wer eine sehr große Webseite betreibt, kann auch 3 Ebenen einbauen.

Es gilt die Regel: Je flacher, desto besser.

Durch Content-Silos wird sichergestellt, dass relevante interne Links gesetzt werden. Die Website bleibt dadurch übersichtlich und die User können leicht navigieren.

Ich empfehle die Silostruktur für alle Webseiten, die mehrere verschiedene Themen ansprechen. Trotzdem muss man diese Struktur nicht zu fundamentalistisch umsetzen. Verlinkungen auch zwischen den Unterseiten von zwei verschiedenen Silos sind erlaubt, sofern sie Sinn ergeben, denn nicht immer lassen sich zwei Silos hundert prozentig voneinander abgrenzen.

16. Vermeide Duplicate Content

Im Internet zweimal dasselbe zu schreiben, stellt Google vor ein großes Problem: Die Suchmaschine weiß nun nicht mehr, welcher Beitrag in den Suchergebnissen gerankt werden soll.

Generell unterscheiden wir zwischen

  1. Internal Duplicate Content
  2. External Duplicate Content

Internal Duplicate Content bezeichnet identische Inhalte auf derselben Domain. Davon sind oft Onlineshops betroffen…

Onlineshop A verkauft beispielsweise ein Sofa in den beiden Farben rosa und gelb. Beide Sofas unterscheiden sich nur durch die Färbung und ihre Produktseiten haben die gleiche Produktbeschreibung. Dadurch weiß Google nun nicht, welche dieser Produktseiten gerankt werden soll. Besser wäre es nur eine einzige Produktseite mit zwei Varianten zu erstellen.

Oft sind auch Webseiten von Dienstleistungen betroffen, die in mehreren Regionen tätig sind.

Zahic H. ist ein Reinigungsfachmann aus Linz. Er bietet seine Dienste aber auch in Salzburg an und erstellt dafür eine eigene Unterseite. Anstatt eine einzigartige Landingpage für Salzburg zu erstellen, kopiert er einfach den Text von seiner Homepage auf die Salzburg-Unterseite. Auch hier wird Google verwirrt: Womöglich würde es sogar einen Betrugsversuch wittern, weil der gleiche Text verwendet wird und nur der Name der Stadt ausgetauscht wird.

External Duplicate Content bezeichnet identische Inhalte auf zwei oder mehreren Domains. Das kann vorkommen, weil externe Webseiten deinen Content stehlen und auf ihrer Seite online stellen (scraping), oder weil sie deinen Content mit deiner Erlaubnis auf ihrer Webseite online stellen. Das sieht man oft bei Newsseiten, wo es nicht so wichtig ist, dass der Content in den Suchresultaten landet, weil er am nächsten Tag sowieso schon wieder veraltet ist.

Oft kommt es zu Duplicate Content aus Unwissenheit: Du bietest zum Beispiel einen Experten darum, einem Gastartikel bei dir zu schreiben. Der Experte willigt ein, veröffentlicht den Artikel dann aber auch auf seiner Webseite, weil er nicht weiß, wie schädlich dieses Vorgehen für das Ranking ist.

External Duplicate Content ist übrigens noch schädlicher als Internal Duplicate Content:

Google weiß nicht, welcher Content der Originale ist, weshalb die Gefahr besteht, dass die Suchmaschine den kopierten Content in den Suchergebnissen anzeigt, deinen Original-Content jedoch filtert.

Keinesfalls solltest du viel Energie in die Contentproduktion stecken, nur um dann zuzulassen, dass dein Content kopiert wird und dich in den Suchergebnissen überholt. Sobald du External Duplicate Content entdeckst, melde ihn bei Google als Webspam. Das kannst du unter der Adresse https://www.google.com/webmasters/tools/spamreport?pli=1 machen.

Nicht alles ist Dublicate Content: Du darfst durchaus deine oder fremde Texte zitieren. Gib aber im Text an, dass es sich um ein Zitat handelt, damit das wirklich eindeutig ist. Verwende dazu die folgenden Html-Codes:

<blockquote>Für den zitierten Text – <cite>Für die zitierte Quelle</cite></blockquote>

17. Füge Keyword wenn möglich am Anfang vom Seitentitel ein

Der Seitentitel ist das Erste, was die Crawler von Google oder auch deine Leser von deinem Content zu sehen bekommen. Hier das Keyword einzubauen, ist absolut wichtig, damit Crawler und User wissen, um welches Thema es sich handelt.

Nach meiner Erfahrung ist es besser das Keyword am Beginn des Titels zu schreiben. Das ist nicht immer möglich, ohne wie ein Spammer zu wirken: Hier musst du abwägen: Wie weit kann ich das Keyword nach vorne stellen, ohne dass die Lesbarkeit der Überschrift darunter leidet.

Überlege dir auch verschiedene Titel-Varianten: Nicht immer ist deine erste Idee für den Titel, die Beste. Manche Leute meinen sogar, dass du dir für den Titel genauso viel Zeit lassen solltest, wie für die Content-Produktion. Das machen selbstverständlich nur sehr wenige Leute, aber das sind dann diejenigen mit wirklich guten Überschriften.

18. Betone wichtige Wörter im Text

Das Hervorheben von Wörtern im Text mit <b></b> oder <strong></strong> galt früher als Ranking-Signal. Inzwischen wird jedoch angenommen, dass es keine Auswirkung auf die Ranking-Leistung deines Contents hat. Ich empfehle dir trotzdem, Hervorhebungen zu nutzen.

Wie schon bei Punkt 15 gesagt: Deine User lesen den Text nicht von A bis Z, sondern scannen ihn nach den wichtigen Informationen. Wenn du nun die Keywords in den Überschriften einbaust oder im Fließtext markierst, können sie viel leichter die Sachen finden, nach denen sie suchen. In der Regel suchen sie nach den Keywords, weil sie diese ja auch in der Google-Suche verwendet haben.

19. Verwende ein Inhaltsverzeichnis

Texte, die mehrere tausend Wörter lang sind, werden schnell sehr unübersichtlich; besonders bei mobilen Usern. Den Text mit vielen Unterüberschriften zu gliedern, ist schonmal eine große Hilfe bei der Navigation.

Du willst deine Leser aber auch dabei unterstützen, möglichst schnell zur gewünschten Information zu kommen. Hier hilft ein Inhaltsverzeichnis, wo du mittels Sprungmarker im Text navigieren kannst, sodass du direkt in dem Abschnitt landest, der dich interessiert. Inhaltsverzeichnisse kannst du entweder mit Hilfe eines Plugins, oder mit Hilfe von HTML-Ankern einfügen.

Orientiere dich bei der Erstellung einfach an Wikipedia, die Online-Enzyklopädie ist, was die Content-Formatierung angeht, immer ein gutes Vorbild.

20. Schreibe kurze Titel, die zum Klicken anregen

Einen guten Titel zu schreiben, ist – nicht nur in der SEO-Welt – sondern ganz allgemein, eine der schwierigsten Punkte bei der Contenterstellung. Ich selbst bin sicher nicht gut darin, wahrscheinlich sogar sehr schlecht, aber zumindest führt diese Erkenntnis dazu, dass ich mich nur noch selten mit den erstbesten Titeln zufriedengebe, die ich an den Anfang in mein Dokument eintippe.

Ein guter Titel muss den Inhalt in wenigen Worten zusammenfassen, zugleich aber auch die Phantasie der User anregen und ihn zum Klicken auf den Beitrag verführen.

Du kennst sicher die typischen, langweiligen Titel von akademischen Arbeiten. Diese Titel fassen den Inhalt der Arbeit gut zusammen, sind aber dermaßen langweilig, dass wirklich niemand zum Lesen der Arbeit angeregt wird. Würden Unternehmen, außerhalb der akademischen Welt, auf ihren Webseiten solche Titel verwenden, klänge es so:

Eine Vorstellung der Leistungen des Wiener Installateurs Karl Kolarik in den Bereichen Gas, Wasser, Heizung, Sanitär und Klima 

Um attraktiv zu werden, muss der Titel zurechtgestutzt werden:

Ihr Installateur in Wien – Gas, Wasser, Heizung, Sanitär und Klima 

Dieser Titel schon gut suchmaschinenoptimiert. Das regionale Keyword “Installateur Wien” ist enthalten, genauso die Keywords zu den Leistungen “Gas, Wasser, Heizung, Sanitär und Klima“. Das einzige Problem? Der Titel ist zu lange.

Google zeigt in seinen Suchergebnissen nur die ersten 50 bis 60 Zeichen des Titels an. Wobei die Länge variieren kann, je nach Bildschirm und Auflösung. Alles, was nicht in den SERPS angezeigt wird, sehen deine potenziellen Kunden nicht, und ist deshalb nutzloser Ballast.

Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du nicht mehr als 50 Zeichen für den Titel verwenden. Manchmal geht sich das nicht aus, in diesem Fall sind 60 Zeichen in Ordnung, mehr sollten es aber wirklich nicht sein.

Der Titel unseres Installateurs Karlo Kolarik besteht jetzt aber aus 67 Zeichen. Ich würde ihn noch weiter zurechtstutzen, indem ich alle nicht nötigen Worte und auch die Leistungen mit wenig Nachfrage entfernen:

Installateur in Wien – Gas, Wasser, Heizung und mehr

21. Verfasse kurze und aussagekräftige URLs

Nicht nur der Titel soll kurz sein, sondern auch die URL. Wir alle haben schon diese elendslangen URLs gesehen:

www.domainname.com/willkommen-im-besten-keyword-von-Ort-usw/

Je länger eine Domain, desto schlechter soll sie ranken. (Es ist kein bestätigter Rankingfaktor).

Egal ob bestätigt oder nicht: Lange Domains sind auch schlecht für das Benutzererlebnis: Idealerweise sind die URLs deshalb so lange, dass sie sich ein User leicht merken kann

Vermeide auch zu viele unnötige Ordner. Natürlich kannst du Ordner verwenden, um deine Website zu strukturieren. Übertreibe es aber nicht damit. Nicht jede Kategorie benötigt einen eigenen Unterordner.

www.domainname.com/ort/keyword/ wäre eine saubere Struktur.

Ganz und gar nicht sauber ist hingegen dieses Real-Life-Beispiel:

https://www.justiz.gv.at/home/gerichte/oberlandesgerichtssprengel-wien/sprengel-des-handelsgerichts-wien~2c94848642ec5e0d0143e24e6af84203.de.html

22. Schreibe eine Meta-Beschreibung, die zum Klicken anregt

Die Meta-Beschreibung ist ein kleiner Ausschnitt, der in den Suchergebnissen gezeigt wird, den Inhalt einer Website zusammenfasst und aus ungefähr 155 Zeichen besteht und. Anhand der Meta-Beschreibung kann der User bestimmen, ob die dahinter liegenden Informationen für ihn wertvoll sind, oder nicht.

Normalerweise ist die Meta-Beschreibung 155 Zeichen lang, dieser Wert kann aber variieren. Fakt ist, dass du nicht viel Platz für ausschweifende Formulierungen hast. Um eine erfolgreiche Meta-Beschreibung zu verfassen, musst du dich kurz und bündig ausdrücken.

Offiziell ist auch die Meta-Beschreibung kein Rankingfaktor für Google. Eine gute geschriebene Meta-Beschreibung hat jedoch Auswirkungen darauf, wie viele User auf eine Webseite klicken (Click-Through-Rate oder CTR) und hilft dir somit indirekt.

Es ist empfehlenswert, das Hauptkeyword der Seite in die Meta-Beschreibung einzufügen. Baue zusätzlich auch noch einen Call-to-Action ein, der die User zu einer Handlung herausfordert. Die meisten Meta-Beschreibungen sind schlecht geschrieben, weil die Suchmaschinenoptimierer sie fälschlicherweise für Google optimieren (es ist kein Rankingfaktor), anstatt den Text für die User zu schreiben.

Hier ist ein Beispiel für eine perfekte Meta-Beschreibung: Sie enthält das Keyword, eine genaue Ortsangabe,  den Namen der Trainerin und weitere Spezifikationen (Welpen, gewaltfrei etc.)

Einer der Konkurrenten bietet hingegen einen solchen ersten Eindruck:

Hier bleibt für den User aber unklar, warum er überhaupt klicken sollte. Falls sie es machen, dann vermutlich nur wegen des Keywords im Markennamen.

Fazit: Seo-Texte zu schreiben ist keine Kunst, sondern ein Handwerk

Auch du kannst gute SEO Texte schreiben, aber wie bei fast allen Dingen gilt: Übung macht den Meister.

Nimm in Zukunft diese 22 Punkte zur Hilfe, wenn du einen Text für eine Website schreibst. Zusätzlich kannst du auch noch meine Checkliste herunterladen, in der ich dir sogar 28 Punkte verrate, mit denen du die SERPs von Google dominieren kannst.

PS: Welcher Trick hat dir am meisten beim Suchmaschinenoptimieren geholfen, wie bringst du deine Texte zum Ranken? Ich freue mich auf dein Feedback und wünsche dir noch einen schönen Tag!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar